MediaPräventiv  – gekonnte Freiheit

Medienkompetenzen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen stärken

Ziele

Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollen über potentielle Gefahren aus dem Netz aufgeklärt werden. Dazu sollen Ihnen Hilfsmittel an die Hand gegeben werden, um sich in dieser Welt trotzdem sicher und reflektiert zu bewegen.

Wissen und Aufklärung ist die beste Möglichkeit, möglichen Gefahren zu entgehen. Das notwendige Wissen wird für sie annehmbar und nachvollziehbar vermittelt. Durch aktives Handeln und spielerischem Sammeln von Erfahrungen können sie individuell ihre eigenen Konsequenzen ziehen.

Nach den Workshops, Seminaren oder Vorträgen kennen die Teilnehmer:innen einen versierteren Umgang mit neuen Medien und kennen die richtigen Stellen, um sich bei Bedarf die richtige Hilfe einzuholen.

Die Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 20 Jahren. Sie können aus verschiedenen Settings wie Schule, Einrichtungen der offenen Jugendarbeit oder Jugendgruppen der Vereine und Verbände kommen. Kinder und Jugendliche sind neben der Überforderung durch immer mehr und immer schnellere Informationen sowie der Haltung, alles für bare Münze zu nehmen, für falsche oder manipulierte Nachrichten besonders empfänglich. Zudem richtet sich das Angebot an Multiplikatoren z.B. Jugendleiter:innen der Jugendarbeit, die Unterstützung zum Thema benötigen und das neue Wissen im Sinne der Jugendarbeit anwenden möchten.

Workshops

Damit ein MediaPräventiv-Projekttag einen optimal passenden Input bietet, kann dieser aus verschiedenen Workshops zusammengestellt werden. Folgende Module bieten wir zur Kombination für interessierte Jugendverbände, offene Jugendeinrichtungen oder Schulen an:

Agieren im Netz – soziale Interaktion und Konflikte

Kommunikation und Identitätsarbeit von Jugendlichen und mittlerweile auch Kindern passiert heute zu einem großen Teil in sozialen Netzwerken und sorgt für großes Konfliktpotential. In einem interaktiven Vortrag informieren wir zum Thema Konflikte im Netz und anschließend erarbeiten die Kinder und Jugendlichen in Kleingruppen verschiedene Arbeitsaufgaben.

Das Modul „Agieren im Netz – Wo der Spaß aufhört!“ möchte mittels eines interaktiven Vortrags, multimedial aufbereitete Informationen und Tipps zu den Themen Konflikte im Netz, Datenschutz, Persönlichkeitsrecht und Netiquette vermitteln. Außerdem sollen Kinder und Jugendliche Hilfsangebote kennenlernen und ermutigt werden, diese auch zu nutzen.

Schwerpunkt ist die Prävention durch Kompetenzsteigerung und das Kennenlernen von Hilfsangeboten, welche Kinder und Jugendliche bei Problemen wahrnehmen können. Denn Jugendliche haben ein Recht auf Hilfe, aber oft trauen sie sich einfach nicht, diese nachzufragen. Es ist oft schwer, sich zu Hause, in der Schule oder mit Freunden über Probleme auszutauschen. Mit wem soll man also darüber reden? Meist fehlt Betroffenen auch die Kraft, sich zu wehren. Dabei gibt es Menschen und Angebote unabhängig von der Schule und Familie, die helfen können.

  • Ort: im Jugendtreff, Gemeinschaftsräumen oder in der Schule
  • Zielgruppe: 10 bis 20 Jahre
  • Gruppengröße: 15 bis 40 Kinder und Jugendliche
  • Dauer: ca. 1,5 (Zeit-)Stunden

Inside My World – Chancen und Risiken in sozialen Netzwerken

„Inside My World“ ist das erste Soziale Online-Netzwerk, das offline und ohne Computer funktioniert. Mithilfe von Rollen- und Profilkarten können sich die Teilnehmer:innen auf der Plattform Inside My World „anmelden“. Ziel ist es, Chancen und Risiken, die bei der Nutzung von sozialen Online-Netzwerken auftreten können, zu erkennen und langfristig eine kompetente Nutzung zu ermöglichen. Der niedrigschwellige Ansatz ermöglicht maximale Gestaltungsfreiheit und kann auf die Vorkenntnisse der Gruppe angepasst werden. Die virtuellen Räume von Sozialen Online-Netzwerken werden im Spiel durch verschiedene Tische mit Aufstellern simuliert. Anschließend an die Durchführung des Spiels “Inside My World” werden die Erfahrungen und Erlebnisse in der Gruppe reflektiert und besprochen, der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Thema Konflikte im Netz und Datensicherheit.

Durch die Projektdurchführung soll nicht nur eine Sensibilisierung der o.g. Themen stattfinden und Materialien zur Verfügung gestellt werden, sondern nachhaltig Hilfe und Hilfsangebote vermittelt werden. Das Spiel „Inside My World“ wurde dafür konzipiert, die Chancen und Risiken, die durch die Nutzung von Sozialen Online-Netzwerken auftreten, im analogen Spiel zu erleben. Dabei sollen die grundlegenden Dynamiken und Mechanismen dieser Plattformen kennengelernt und verstanden werden. Um das Spiel zu spielen ist weder eine Internetverbindung noch ein Computer notwendig. Das Spiel kommt mit Rollenspielkarten, Zetteln und Stiften aus. Der Workshop leistet einen Beitrag zur Aufklärung und steht für Prävention und Hilfsangebote bei Ärger im Internet.

Die Nutzung von Sozialen Online-Netzwerken erscheint in vielerlei Hinsicht attraktiv und bietet eine Plattform, die viele Jugendliche nutzen. Das Verständnis und das Wissen über die Dynamiken und Prozesse, die bei Instagram und Co. ablaufen, erscheinen aber vielen Nutzer:innen zu komplex, undurchschaubar und weit entfernt von ihrer Lebenswirklichkeit. Eine kompetente Nutzung von Online-Plattformen ist daher eine der wichtigsten Eckpfeiler in der Prävention.

  • Ort: im Jugendzentrum, Gemeinschaftsräumen oder in der Schule
  • Zielgruppe: 10 bis 20 Jahre
  • Gruppengröße: max. 28 Schüler
  • Dauer: ca. 3 (Zeit-)Stunden

Do Not Track – Datensicherheit und Überwachung

Das interaktive Spiel “Do Not Track” ist eine QR-Code-Rallye zum Thema Datensicherheit und Überwachung. Sie soll einen spielerischen Zugang zur Überwachungsthematik ermöglichen, um so Probleme und Handlungsmöglichkeiten offen zu legen. Die Kinder und Jugendlichen werden mit Tablets oder Smartphones durch eine interaktive Rallye geführt, in der sie verschiedene Aufgaben und Geschichten zum Thema BigData beantworten und lösen müssen. “Do Not Track” ist ein spannendes interaktives Spiel und hinterfragt das eigene Mediennutzungsverhalten der Kinder und Jugendlichen, so dass sie spielerisch die Konsequenzen ihres Handelns erlernen.

Mit “Do Not Track” soll eine neue Methode in die medienpädagogische Auseinandersetzung zum Thema Überwachung und Big Data eingeführt werden. Nach Abschluss der Spielphase werden die Ergebnisse ausführlich besprochen und ausgewertet. Das Ziel des Spiels ist es, Kinder und Jugendliche für Überwachungsstrukturen, Datensicherheit und Datenerhebung zu sensibilisieren und Anregung zu geben, ihr eigenes Nutzungsverhalten zu reflektieren und alternative Handlungsstrategien aufzeigen. “Do Not Track” will ein Bewusstsein schaffen für den Umgang mit (eigenen) Daten, denn so Big-Data-Experte und Buchautor Viktor Mayer-Schönberger: „Wir werden als Menschen immer vorhersehbarer. Anhand der Daten lässt sich ablesen, wie wir denken und wie wir in der Zukunft handeln werden.“

Überwachung ist ein komplexes und abstraktes Thema, und gefühlt “weit weg” von der Realität der Jugendlichen. Für Multiplikator:innen und Pädagog:innen ist es deshalb eine ganz besondere Herausforderung, jungen Menschen dieses Thema anschaulich und praxisnah auf Augenhöhe zu vermitteln. Denn viele Menschen, egal welchen Alters, verbinden eine große Ohnmacht oder Gleichgültigkeit mit den Themen Überwachung und Datenschutz. Jugendleiter:innen, Lehrkräfte und Pädagog:innen finden sich oft in der Rolle der “erhobenen Zeigefingerpädgogik” wieder, die wenig nachhaltig und nicht zu einer intensiven Auseinandersetzung mit der Thematik führt. “Do Not Track” möchte die Kinder und Jugendlichen in ihrer Lebenswelt abholen und durch einen spielerischen Ansatz einen neuen Zugang zu dieser oft überfordernden und abstrakten Thematik verschaffen.

  • Ort: im Jugendzentrum, Gemeinschaftsräumen oder in der Schule
  • Zielgruppe: 14 bis 20 Jahre
  • Gruppengröße: max. 30 Kinder und Jugendliche
  • Dauer: ca. 2,5 (Zeit-)Stunden

Sicher im Netz – schöne freie Web-Welt

Interaktiver Vortrag zur Aufklärung über Datenspuren und Datensicherheit. Das World Wide Web ist eine endlose Welt, mit endlosen Möglichkeiten, in der man sich scheinbar frei und anonym bewegen kann. Doch jeder Klick im Netz hinterlässt Spuren, die nachvollziehbar sind und gespeichert werden. Kinder und Jugendliche sollten sich dieser Tatsache bewusst sein! Manches mag für sie heute noch witzig und toll sein, in einigen Jahren jedoch kann es ihnen peinlich oder schlimmstenfalls sogar zum Verhängnis werden, z.B. bei der Partner- oder auch bei der Jobsuche. In der heutigen Arbeitswelt gehört eine Überprüfung der Bewerber auf verschiedensten Onlineplattformen mittlerweile zum Standard. Kinder und Jugendliche bewegen sich wie selbstverständlich im Netz, keine technische Herausforderung ist ihnen zu fremd, zu schwer oder zu lästig. Doch was hier häufig zu kurz kommt ist das Thema Sicherheit im Netz. Kinder und Jugendliche wissen häufig gar nicht, wo Gefahren liegen könnten, sie sind sich einfach dessen nicht bewusst. Durch Schulungen können ihnen jedoch potentielle Konflikt- und Gefahrenquellen nähergebracht werden.

In diesem Workshop beschäftigen sich die Kinder und Jugendlichen daher mit Fragen wie: Welche Spuren hinterlasse ich im Netz? Was könnte später gefunden werden, was peinlich/verhängnisvoll sein könnte? Wie kann ich solche Inhalte wieder löschen bzw. löschen lassen?

Ziel des Workshops ist, die Kinder und Jugendlichen über Potentiale, aber auch mögliche Schwierigkeiten im Netz bzw. durch ihr Netz-Verhalten aufzuklären. Sie sollen dazu befähigt werden die Konsequenzen ihres Handelns in der Web-Welt zu erkennen und einzuschätzen.

Die Web-Welt ist äußerst verlockend, da vielseitig, leicht zugänglich, informativ, unterhaltsam und kommunikativ. Deshalb ist es aus dem Alltag von Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Wenn sie bereits von Beginn an lernen, wie sie sich richtig verhalten sollen und worauf sie achten müssen, sprich, wenn sie in ihrer Medienkompetenz geschult werden, ist dies die beste Voraussetzung dafür, für einen sicheren Umgang mit dem Internet.

  • Ort: im Jugendzentrum, Gemeinschaftsräumen oder in der Schule
  • Zielgruppe: 10 – 20 Jahre
  • Gruppengröße: max. 25 Personen
  • Dauer: ca. 2,5 (Zeit-)Stunden

Jugendliche zwischen Pornografie, Sexting und sexuellen Grenzen

Interaktiver Vortrag zum Thema Pornografie und Sexting, sowie die damit verbundenen sexuellen Grenzen. Im Jugendalter ist ein gesteigertes Interesse an sexuellen Themen groß. Das Internet und soziale Medien erleichtern den Zugang zu pornografischen Inhalten enorm. Dies birgt allerdings auch einige Gefahren.  Der Projekttag zum Thema Pornografie und Sexting bringt Jugendlichen Hintergründe, Grenzen und Auswirkungen näher.

In jeder Altersklasse durchlaufen wir verschiedene Entwicklungsstufen. Im Jugendalter steht unter anderem die Suche nach der sexuellen Identität im Fokus. Mit dem einfachen Zugang zu pornografischen Seiten und durch diverse Apps stoßen Jugendliche auf Inhalte, die nicht nur entwicklungsbeeinträchtigend sind, sondern auch Gefahren mit sich bringen. Durch den Workshop können ihnen jedoch potenzielle Konflikt- und Gefahrenquellen nähergebracht werden. Hierzu zählen besonders die Themen Pornografie und Sexting. Wie kann ich meine sexuelle Identität schützen? Welche sexuellen Grenzen gilt es zu beachten, ohne mich in Gefahr zu begeben? Und an wen kann ich mich wenden, wenn etwas passiert ist?  Jugendliche erstellen im Rahmen des Workshops einen projektbezogenen Instagram-Kanal. Mit Hilfe dieses Instagram-Kanals werden Informationen altersgerecht aufbereitet, ohne gegen die Richtlinien von Instagram zu verstoßen. Dadurch ist das Projekt nachhaltig gestaltet und kann als Informationsquelle weiterverwendet werden.

Ziel dieses Moduls ist es, Jugendliche zu einem selbstverantwortlichen Umgang mit ihrer sexuellen Identität zu befähigen: Einerseits ist es wichtig, den Jugendlichen Konflikt- und Gefahrenquellen, welche sexualisierte Inhalte aufweisen, aufzuzeigen und sie andererseits darin zu schulen, wie sie mit diesen Herausforderungen umgehen können und was sie tun können, falls doch mal etwas schief geht.

Sich im Internet zu bewegen ist nur dann gefährlich, wenn man nicht weiß, was man tut. Dies gilt vor allem dann, wenn es um das Tabuthema Sexualität geht. Kinder und Jugendliche werden in diesem Lernprozess begleitet und unterstützt. Nur so lässt sich ein medienkompetenter Umgang im Internet in Bezug auf Sexualität erlernen.

  • Ort: im Jugendzentrum, Gemeinschaftsräumen oder in der Schule
  • Zielgruppe: 14 – 20 Jahre
  • Gruppengröße: max. 25 Personen
  • Dauer: ca. 5 (Zeit-)Stunden

Workshops für Jugendleiter:innen und Multiplikator:innen

Der Workshop kann als einzelnes Modul oder auch in Kombination mit einem Workshop für Kinder und Jugendliche angeboten und gebucht werden. Junge Erwachsene, die oft als Vorbilder dienen, benutzen zahlreiche Medien täglich: Smartphone, Tablet, Laptop, Fernseher, Radio… Kinder und Jugendliche erleben den Medienkonsum ihrer (fast)erwachsenen Begleit- und Vorbildpersonen meist mit und lernen schnell mit Medien umzugehen. Aber welche Wirkung haben Medien auf sie und wie können Kinder und Jugendliche durch die Jugendleiter:innen oder Multiplikator:innen sinnvoll an Medien herangeführt werden? Kinder brauchen Unterstützung in diesem Bereich. Aufsichtspersonen können nicht ständig über die Schultern der Kinder hinweg kontrollieren, ob die Fernsehsendung ok ist oder das Kind auf dem Laptop oder Smartphone wirklich ein altersgerechtes Angebot nutzt. Aber wie sinnvoll sind Filter- und Schutzprogramme? Diese und viele weitere Fragen werden bei diesem Angebot zur Diskussion stehen. Im Vortrag wird abschließend auf verschiedene Informationsmöglichkeiten und Hilfestellungen eingegangen.

Informationen

Terminvereinbarungen und das Zusammenstellen eines Projekttages bitte direkt mit Q3 vereinbaren. Q3 steht für die Konzepte und die Gesamtprojektkoordination:

Q3.Quartier für Medien.Bildung.Abenteuer gemeinnützige GmbH
Vonfichtstraße 1
83278 Traunstein
Tel.: +49 861 90951620
quartier@qdrei.info

Förderung

Für das Projekt erhält der Kreisjugendring Berchtesgadener Land über den Bayerischen Jugendring eine Zuwendung aus Mitteln zur Umsetzung des Kinder- und Jugendprogramm der Bayerischen Staatsregierung.