Beteiligung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen an demokratischen Prozessen

Das Projekt soll dazu beitragen, dass sich junge Menschen mit vertrauten und zeitgemäßen Möglichkeiten in die Kommunalpolitik einmischen. Dazu soll eine Struktur geschaffen werden, welche die kommunalpolitische Verankerung von Beteiligungsprojekten junger Menschen unterstützt.

Mit den Möglichkeiten von Videos oder Podcasts können sich Jugendliche zielgerichtet in die gemeindliche Entwicklung einmischen. Dabei haben sie die Möglichkeit, ihren Heimatort positiv zu erleben und darzustellen. In der Folge sollen sie sich dann aber auch kritisch damit auseinandersetzen und sich mit den zukunftsfähigen Rahmenbedingungen für ein Leben in ihrer ländlich geprägten Region befassen.

Dazu kommen wir mit unserem Projektteam direkt vor Ort.

Denn gerade in einer Region mit schwacher Infrastruktur, schlecht ausgebautem ÖPNV und einem ländlich geprägten Kulturraum, bedarf es einer weit gefassten aufsuchenden Kinder- und Jugendarbeit, mit innovativen Ideen und Projekten, damit auch diese Kinder und Jugendlichen gerechte Chancen zur Teilhabe an Bildung und zur Gestaltung ihrer Zukunft erhalten.
Zum einen soll die Medienkompetenz der Teilnehmer_innen gestärkt werden. Zum anderen wollen wir mit einer emanzipatorischen Praxis mit digitalen Medien und neuen Technologien junge Menschen dabei unterstützen, eine offene, gerechte und solidarische Gesellschaft mitzugestalten.

Zahlreichen Umfragen zufolge ist das politische Interesse Jugendlicher seit Jahren rückläufig. Aber stimmt das überhaupt? Wir denken das nicht. Aber es braucht Unterstützung und geeignete Methoden, damit Jugend gehört wird und auch in der allgemeinen Wahrnehmung in die Mitte der Gesellschaft rückt. Wir wollen mit dem Projekt an einem Treffpunkt oder besonderen Ort eine Öffentlichkeit für Jugendliche schaffen und kreative und innovative Ideen fördern. Dabei geht es um Fragen wie „Warum sollte ich mich am Jugendforum (Jugendrat, Jugendbürgerversammlung) beteiligen?“ oder „Was heißt Demokratie für mich?“ Fragen, die Jugendliche durchaus berechtigt stellen.
Angesichts der demographischen Entwicklungen ist die frühe Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in möglichst vielen Bereichen eine dringliche Notwendigkeit, damit sie Interesse an demokratischen Prozessen bekommen. Die Gesetzgeber haben in den letzten Jahrzehnten die Beteiligung von Mädchen und Jungen auf europäischer Ebene (z. B. UN-Kinderrechtskonvention) und Bundesebene (z. B. SGB VIII/ KJHG) gestärkt.
Beteiligung ist damit ausdrücklich gewollt und gefordert. Erfahrungsgemäß halten sich Jugendliche zwar überwiegend fern von der institutionalisierten Politik, stellen aber in Vereinen, Schulen oder Nichtregierungsorganisationen eine Menge auf die Beine, wie auch die aktuelle „Fridays for future“-Bewegung zeigt. Diese Motivation gilt es aufzugreifen und entsprechende Angebote zu schaffen, um Jugendliche für die Demokratie und institutionalisierte Politik zu begeistern.

Die Teilnehmer_innen machen sich im Projektverlauf ihre eigenen Gedanken über demokratische Prozesse in der Kommunalpolitik und erfahren dabei, wie sie sich aktiv an der Gestaltung der Lebensbedingungen in ihrer Region beteiligen können.

Wir wollen junge Menschen dabei unterstützen und anleiten, dass ihre Anliegen nicht nur gesehen, sondern auch ernst genommen werden. Sie erlernen und entdecken geeignete Zugänge zu den unterschiedlichsten Aspekten der Beteiligung.
Im Hinblick auf wichtige Themen wie Demokratieerziehung und die Befähigung am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können, darf sich der Bildungsauftrag nicht mehr nur auf traditionelle Bildungsinhalte beschränken, sondern muss die mittlerweile unübersehbare Gegenwart integrieren.

Ziele

Junge Menschen haben einen positiven Zugang zu ihrem Heimatort und präsentieren ihren „Schatz“ in einer der fünfzehn kreisangehörigen Gemeinden. In Form eines Videos gibt es eine gemeinsame Darstellung der gesammelten „Schätze“ aller Gemeinden.

Jungen Menschen wird anhand der Möglichkeiten von neuen Medien ein bekannter, zeitgemäßer und attraktiver Weg der Beteiligung mittels Video oder Podcast an demokratischen Prozessen aufgezeigt. Die Jugendlichen sollen befähigt werden, mit den Instrumenten der modernen Medien zielgerichtet und kreativ umzugehen.

Im Verlauf des Projekts sollen junge Menschen befähigt werden, ihre Wünsche und Anliegen an die politisch Verantwortlichen in zeitgemäßen Formaten zu übermitteln. Das Projekt kann als Grundlage dienen, Jugendliche in ihrer Gemeinde zur Teilhabe und Mitbestimmung zu gewinnen. Sie sollen aktiviert werden, zusammen mit oder an die politischen Vertreter_innen der Gemeinden Verbesserungsvorschläge zu formulieren.

Informationen

Ansprechpartner für das Projekt sind

  • beim Kreisjugendring: Rudi Hiebl
  • bei der Kommunalen Jugendarbeit: Tanja Kosmaier
  • bei Q3: Sabina Schneider

Website: https://www.democracylab-bgl.de/

Förderung

Für das Projekt erhält der Kreisjugendring Berchtesgadener Land über den Bayerischen Jugendring eine Zuwendung aus Mitteln zur Umsetzung des Kinder- und Jugendprogramms der Bayerischen Staatsregierung.