culture-X-change

Integration und kultureller Austausch von und für Jugendliche mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung

Eine in der heutigen Gesellschaft brennende Thematik ist der Themenkreis „Integration“. Hierzu gehört die erfolgreiche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund sowie Menschen mit Fluchterfahrung. Für ein gelungenes und demokratisches Miteinander ist eine erfolgreiche Integration aller Beteiligten Voraussetzung. Durch den starken Zustrom an Menschen mit Fluchterfahrung ist gerade der Süd-Ost bayerische Raum und damit auch der Landkreis Berchtesgadener Land vor die Herausforderung gestellt, nicht nur Nahrung, Kleidung, Sicherheit und Schutz zu gewähren, sondern neben diesen rein logistischen Aufgaben auch pädagogische zu übernehmen, wie z. B. Perspektiven zu vermitteln und den Jugendlichen unter den Geflüchteten, Anteil am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Dieses Bedürfnis wird auch von Jugendlichen mit Migrationshintergrund geteilt. Und wie sich in der letzten Zeit herausgestellt hat, ist auch die Vermittlung zwischen den unterschiedlichen kulturellen Herkunftsländern eine wichtige Aufgabe.

Der Kreisjugendring sieht die Herausforderungen und möchte gern Teil einer guten Lösung werden. Um auf einen möglichst großen Erfahrungspool zurückgreifen zu können und um Synergien bei Konzeption oder Material zu generieren, soll die bereits auf anderen Gebieten der Jugendarbeit gut funktionierende Kooperation zum Kreisjugendring Mühldorf am Inn auch hier installiert werden.

Beschreibung und Zielsetzungen

Viele geflüchtete junge Menschen werden an Regel- und Berufsschulen beschult und integriert. Trotz sprachlicher und schulischer Wissenslücken klappt das in vielen Fällen sehr gut, was dem äußerst engagierten Lehrkörper und willigen Schüler_innen zuzuschreiben ist. Ein Austausch zwischen den Schüler_innen gerade in heterogenen Klassen kommt aufgrund des Schulalltags und dem damit verbundenen Lernstoff oft zu kurz. Das Projekt “culture-X-change” – möchte mit einem mobilen TV-Studio eine neue Plattform für einen Austausch zwischen Jugendlichen schaffen. Mit dem mobilen TV-Studio sehen wir hier eine neue Methode, um Jugendlichen – geflüchtet oder einheimisch, mit oder ohne Migrationshintergrund – unterschiedliche Perspektiven auf das Leben und die Wertewelt zu ermöglichen, um darüber ins Gespräch zu kommen.

Benennung der Teilziele

Das Projekt “culture-X-chance” möchte mit dem mobilen TV-Studio eine Austauschplattform bieten, mit der sich junge Leute über Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihren jeweiligen Herkunftskulturen unterhalten können. So können das Leben in Bayern als Mitglied des Trachten- oder Schützenvereins oder der Freiwilligen Feuerwehr ebenso kultureller Aspekt sein, wie der junge Rapper aus Aleppo.
Eine gelungene Integration bedeutet in diesem Verständnis ein gegenseitiges Interesse für die Kultur des anderen, sowie deren Werten und Eigenarten offen gegenüberzustehen. Idealerweise gelingt in dem Projekt ein Perspektivenwechsel und somit ein größeres Grundverständnis für die Belange des jeweils anderen. In diesem Projekt wollen wir den Jugendlichen über das mobile TV-Studio einen niedrigschwelligen Zugang zu dem Thema ermöglichen und neue Gesprächssituationen schaffen.

Prozessorientierte Filmarbeit mit Kindern und Jugendlichen spiegelt die Lebenswelt junger Menschen. Sie ermöglicht die Reflexion des eigenen Medienverhaltens und einen Blick hinter die Kulissen einer TV Produktion. Nebenbei wird die Arbeit in Kleingruppen geübt, Aufgaben werden aufgeteilt (Kamera, Regie, Schnitt, Schauspiel) und damit die eigene Kreativität ausgelebt werden, Kommunikation gestärkt und Toleranz gefördert werden.

Damit wird pädagogischer Mehrwert durch den Lehrplanbezug generiert:

  • Medienkompetenz fördern
  • Mediale Ausdrucksformen verstehen, kreativ einsetzen und konstruktiv nutzen
  • Gestalten von Medien
  • Erlernen technischer und handwerklicher Fähigkeiten
  • Förderung von Teamarbeit, Selbstorganisation, Kommunikationsfähigkeit

Mit dem Ergebnis der gemeinsam produzierten Sendung soll zusätzlich eine möglichst breite Öffentlichkeit über das Projekt erfahren und zum Thema “Kulturaustausch“ inspiriert werden.

Zielgruppe

Aufgrund des komplexen technischen Grundgerüsts ist die Hauptzielgruppe Jugendliche ab der 8. Jahrgangsstufe. Mit dem Ziel verschiedene Perspektiven zwischen geflüchteten und einheimischen Jugendlichen zu schaffen, ist die Projektidee im Grundgedanken vor allem für Berufsschulklassen und Schulklassen mit Geflüchteten geeignet.
Diversität ist und wird in Zukunft wesentlich zu unserem ganz normalen Alltag gehören. Teilnehmer_innen aus unterschiedlichsten Ländern, Religionszugehörigkeiten und auch unterschiedlichsten Alters garantieren in der Ideenfindung und Projektumsetzung eine große Bandbreite an Perspektiven. Uns ist es wichtig, Diversität als wertvolle Ressource im Gesamtprozess hervorzuheben und im gesamten Projektverlauf zu thematisieren.

Genaue Beschreibung der einzelnen geplanten Aktivitäten, Veranstaltungen etc.

Das mobile TV-Studio besteht aus einem Mischpult und mehreren Kameras, die es ermöglichen vor Ort, z.B. in der Schule, eine professionelle Fernsehsendung aufzuzeichnen. Die Schüler_innen erhalten während des Projekts einen Einblick in die Aufzeichnungstechnik, Kameraführung, Schnitt- und Tontechnik, und werden in die Funktionsweisen und Bedienung der mobilen Kameras und IPads eingeführt.
Während des Projekts wird die Klasse in zwei verschiedene Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe wird sich schwerpunktmäßig eher mit der Sendungsvorbereitung- und produktion beschäftigen, Regie führen und die Interviews Talks zum Thema „Kultur (selbst gewähltes Thema)“ vorbereiten. Für die Jugendlichen, mit denen ein journalistisches Arbeit schwer umsetzbar ist, gibt es zusätzlich noch die Aufgabe der Studiogestaltung, sich also mit dem Filmsetting beschäftigen und sich hier kreativ ausleben.
Der andere Teil der Klasse beschäftigt sich in Kleingruppen ebenfalls mit dem Oberthema “Kultur” und überlegt, unterstützt von medienpädagogischen Fachpersonal, wie man das in Form eines Videoclips darstellen könnte. (Umfrage, Tanz, Stopmotion, mitgebrachte Videos aus der Heimat, etc.). Hier sollen der Kreativität möglichst wenig Grenzen gesetzt sein.

Das Projekt wird als zweitägiger Vormittags-Workshops umgesetzt. Das Ergebnis ist ein TV-Magazin, welches im Internet veröffentlicht werden kann.

Das Projekt wird gefördert vom Bayerischen Jugendring mit Mitteln zur Umsetzung des Kinder- und Jugendprogramms der Bayerischen Staatsregierung.