Medienkompetenz der Schüler stärken

Das MedienMobil besucht ab sofort Schulen im Berchtesgadener Land. Das Projekt des Kreisjugendrings soll Schüler zu einem sicheren Umgang im Internet befähigen und ihnen zeigen, wie sie Falschmeldungen erkennen.

FREILASSING. Der Kreisjugendring Berchtesgadener Land möchte die Medienkompetenz junger Leute stärken. Gemeinsam mit „Q3 – Medien, Bildung, Abenteuer“ aus Traunstein hat der KJR dazu das „MedienMobil“ auf die Beine gestellt, das ab sofort die Schulen im Landkreis besucht. Zum Auftakt hieß es „Hallo Wach“ an der Erzbischöflichen Fachoberschule Franz von Assisi in Freilassing. Dieses Projekt zielt darauf ab, sogenannte Fake News zu entlarven. Die Schüler erhielten einen Einblick in den Journalismus und waren überrascht, wie leicht sich Nachrichten fälschen lassen. Dazu interviewten sie Passanten rund um das Schulgelände und bekamen anschließend gezeigt, wie sie die Tonaufnahmen digital bearbeiten können. Relativ einfach lässt sich beim Schneiden der Sinn der Aussage entstellen – und eine Falschmeldung konstruieren.

Das Spannende an dem Projekt sei, dass die Schüler mit großem Interesse bei der Sache sind, so Danilo Dietsch von Q3. „Smartphone und Internet gehören zu ihrem täglichen Leben; Falschmeldungen sind ein Problem, dass sie dank Facebook und Co. selbst miterleben.“ Besonders die Möglichkeit, mit der Bilder-Rückwärtssuche von Google die tatsächliche Herkunft eines Bildes zu recherchieren, sorgte für Aha-Momente bei den Schülern und spannende Diskussionen. „Sie wussten bis dato gar nicht, dass sich damit Fake News entlarven lassen“, so Dietsch.

Genau darum geht es dem Kreisjugendring bei dem Projekt: Die Schüler sollen sicherer im Umgang mit dem Internet werden, so KJR-Geschäftsführer Rudi Hiebl. „Das Internet gehört heutzutage zum Leben dazu. Die Schüler sollen wissen, was sie da tun.“ Hiebl geht aber noch einen Schritt weiter in der Stärkung der Medienkompetenz und spricht mögliche weitere Projekte an, die mit dem MedienMobil umgesetzt werden können: „Wir finden, dass auch Programmieren mittlerweile eine Kulturtechnik sein sollte – wie Lesen und Schreiben.“

FOS-Rektor Lorenz Heuwieser zeigte sich vom Projekttag begeistert, weil er sowohl bei den Schülern, als auch beim Publikum großen Anklang fand. Er sei froh über die Angebote von Kooperationspartnern, so Heuwieser. „Mein FOS-Kollegium und ich, wir sind uns einig: Je mehr Einblicke unsere jungen Leute in die Lebensbereiche unserer Welt erhalten, desto besser kann ihr zukünftiger Werdegang gelingen; je mehr Erfahrungen unsere SchülerInnen machen dürfen, umso größer ist die Chance, sich zu einer offenen und verständnisvollen Persönlichkeit zu entwickeln.“ Und wenn am Ende noch die Begeisterung der Schüler zu spüren ist, kann man nur von einem Erfolg sprechen. So bekräftigte FOS-Schülerin Maria zum Abschluss der Präsentation, dass der „MedienMobil-Tag“ zwar aus pädagogischer Hinsicht wertvoll gewesen sei. „Aber es hat auch einfach Spaß gemacht.“

Das MedienMobil ist eine Kooperation der Kreisjugendringe im Berchtesgadener Land und Mühldorf zusammen mit dem Medienkompetenzquartier Q3. Das Projekt wird mit finanziellen Mitteln des Bezirksjugendrings Oberbayern, dem Bezirk Oberbayern, der Stiftung der Sparkasse Berchtesgadener Land, dem Gewinnsparverein der Sparda-Bank München und dem Verein Haus der Jugend Freilassing gefördert.  Alle Schulen in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Mühldorf können sich melden, um das Projekt „Hallo wach“ auch an ihrer Schule durchzuführen.

Bild: Danilo Dietsch von Q3 zeigte den FOS-Schülern, wie man Audiodateien digital bearbeitet (Foto: Lorenz Heuwieser)